Fashion,  Lifestyle

ZEITkonferenz Mode & Stil

Berlin. Ein Raum, eine Bühne, drei Moderatoren, kunstvoll verzierte Häppchen, hippe Kaffee-Spezialitäten und circa 500 modebegeisterte Menschen. Dies schafft nur das ZEIT-Magazin in Kooperation mit der Vogue.

Bei der diesjährigen ZEIT MAGAZIN Konferenz Mode & Stil, im Rahmen der Mercedes Benz Fashion Werk Berlin, stand alles im Zeichen des Aufbruchs. Unter dem Titel ‚New Order‘, lud das ZEIT MAGAZIN, in Zusammenarbeit mit der Vogue Deutschland, bereits zum vierten Mal ein. Wichtige Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Mode und Journalismus konnten so über die Zukunft der Mode zu diskutieren.

Gastgeber waren die Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp, der Style Director des Zeitmagazines Tillmann Prüfer und Christoph Amend, der Chefredakteur der ZEIT. Diesen Montagnachmittag begeisterte sie ihre Gäste mit ideenreichen und zukunftsorientierten Diskussionen. Und genau diese machten das Event zu einem absoluten Highlight der diesjährigen Fashion Week SS17.

Zum Stand der Dinge

Zurzeit befindet sich die Mode in einer Umbruchstimmung, wie wir sie zuletzt in den 20ern und 60ern erlebt haben. Die alte Ordnung bestand bisher aus zwei Modenschauen pro Jahr, einigen elitären Modelabels, privilegierten Journalisten und bestimmten zeitlichen Abläufen. Diese muss nun allerdings einem immer stärker werdenden neuen System weichen. Modenschauen werden mittlerweile nicht nur saisonal bestimmt, jeden Tag sprießen etliche neue und talentierte Designer aus dem Boden, Blogger lösen die Journalisten ab, Social Media wird immer bedeutender, neue Berufsbilder entstehen, beispielsweise die Influencer, und die Modebranche wird unberechenbarer.

„Die Zukunft ist primitiv“ behauptet Ross Lovegrove, Indurstrie- und Produktdesigner, der sich mittlerweile von den Wurzeln der Menschheit inspirieren lässt  und dies „organic design“ nennt. Mit diesem Zitat greift Lovegrove das Problem der Orientierungslosigkeit unserer heutigen Mode auf. Nichts ist unmöglich und alles ist erlaubt. Verschiedenste Trends laufen parallel, Subkulturen können sich nicht mehr klar vom Mainstream abgrenzen, sodass Mode mittlerweile ein Einheitsbrei ist.  

Die Chefredakteurin des „T: The New York Times Style Magazines“ Deborah Needlemann spricht von der „Too-Much-Ness“ in der Modewelt und schließt sich den Aussagen von Ross Lovegrove an. Der Markt wird von zu vielen Produkten, Kollektionen und Shows überschwemmt,  sodass die Verbraucher in einem Meer von Kleidung, Accessoires und Luxus zu ertrinken drohen. 

Das passiert eventuell in der Zukunft

Aus kreativer und umweltbewusster Sicht ist diese rasante Entwicklung der Modeindustrie kritisch zu betrachten. Doch aus wirtschaftlicher Perspektive ist Mode allumfassend und einer der stärksten Antriebe der Wirtschaft im Luxussegment.

Für mich ist Mode jedoch eher ein Ausdruck von Individualität, Lebensgefühl und Schönheit, eine globale Sprache, ein Wechselspiel, behaftet mit großen Emotionen. Mode soll Spaß machen, Farbe in unser Leben bringen und uns Selbstsicherheit schenken. Solange die Mehrheit der modebegeisterten Menschen ähnlich denkt, wird die Mode weiterhin das Bild von Kunst und Lebensfreude prägen. Wirtschaftlichen Aspekte bleiben weiterhin in dem kreativen Schatten.

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