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Exhibition Review: Balenciaga – L’œuvre au noir

Wenn man so in meinen Kleiderschrank blickt, ist die erste (Nicht)Farbe, die einem ins Auge sticht Schwarz. Schwarz hat etwas elegantes und zeitloses und in dieser Nuance ist Frau immer gut gekleidet. Und als Liebhaberin schwarzer Kleidung und perfekter Passformen, war es eine Herzensangelegenheit für mich, im vergangenen Sommer die Ausstellung „Balenciaga – L`Oeuvre au noir“ im Musée Bourdelle in Paris zu besuchen.

„Ein guter Couturier muss Architekt sein für die Planung, Bildhauer für die Form, Maler für die Farbe, Musiker für die Harmonie und Philosoph für das richtige Mass!“ – Cristòbal Balenciaga

Über die Ausstellung

Zum 100-jährigen Jubiläum des Modehauses wurden einige der schönsten und prägendsten Modelle des spanischen Designers auserwählt. Alle Modelle haben eines gemeinsam, die Farbe schwarz, mit der Cristóbal Balenciaga vorzugsweise gearbeitet hat. Komplettiert wurde die Ausstellung durch Skulpturen und Arbeiten des Bildhauers Antoine Bourdelle. Kleider und Skulpturen standen in einem Dialog zueinander, in dem Gemeinsamkeiten, wie das räumliche Arbeiten und Formen, aber auch Gegensätze, wie die Materialität des Steins beziehungsweise Mamors und die des Textilen, aufeinandertreffen.
Und hier gab es ein kleines Problem; die Kleider sind, meiner Meinung nach, neben den großen Skulpturen etwas untergegangen. Hinzu kamen schwierige räumliche Bedingungen, da man immer wieder in unterschiedliche Räume beziehungsweise Gebäude gehen musste, sodass die Ausstellung etwas „auseinandergerissen“ wurde.

„Ein Kleid folgt dem Körper der Frau und nicht die Frau dem Kleid!“ – Cristòbal Balenciaga

Allerdings war die Auswahl der Kleider so beeindruckend, dass mein modeliebendes Herz trotz allem voll auf seine Kosten gekommen ist. Zu sehen gab es die, für Cristóbal Balenciaga typischen, den Körper formenden, Kleider, dann die, von ihm „erfundenen“ Babydoll-Dresses, wunderschön und aufwendig bestickte Abendroben und Kostüme mit perfekter Passform. Trotz der Eintönigkeit, gab es keine Spur von Langeweile. Präzise Schnitttechniken, perfekte Passformen und Detailverliebtheit fallen besonders durch die Nichtfarbe Schwarz ins Auge, sodass das unheimliche Talent Balenciagas, einem erst richtig vor Augen geführt wird.
Christian Dior bezeichnete Balenciaga als „unser aller Meister“ und diesem Zitat kann ich keinesfalls widersprechen. Daher bedaure ich es umso mehr, dass die Designs nicht richtig zur Geltung gekommen sind.
Alle, die sich die Ausstellung jetzt gerne noch anschauen wollen würden, muss ich enttäuschen, da die Ausstellung nur bis zum 16. Juli dauerte. Allerdings gibt es einen Ausstellungskatalog, der viele Kleider bildlich festgehalten hat und zusätzlich reichlich Informationen zu Designs und Designer preisgibt. Außerdem gibt es im Victoria and Albert Museum in London, bis zum 18. Februar 2018, die Ausstellung Balenciaga – Shaping Fashion, die, mit Sicherheit, ebenfalls eine atemberaubende Auswahl der Designs von Cristóbal Balenciaga getroffen hat. Mein nächstes Reiseziel steht auf jeden Fall schon fest. 😉





















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