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‚Camp: Notes on Fashion‘: DAS solltet ihr über die neue Modeausstellung im Metropolitan Museum of Art wissen

Nachdem die „Christian Dior: Designer of Dreams“-Ausstellung im Victoria & Albert Museum in London, welche 2017 bereits in Paris präsentiert wurde, in der ersten Hälfte des Jahres von riesigen Besuchermassen überrannt wurde und aufgrund dessen bis in den September verlängert wurde, hat in den vergangenen Wochen eine weitere Ausstellung in der Modewelt für Begeisterung gesorgt. „Camp: Notes on Fashion“ im Metropolitan Museum of Art in New York City wurde am 06. Mai 2019 mit der berühmten Met Gala eröffnet und nachdem im voraus und gefühlt auch noch immer ein wenig Unklarheit über das eigentliche Thema der Ausstellung herrschte beziehungsweise herrscht, soll diese in den folgenden Zeilen gelöst werden. 

„Camp“: DAS steckt wirklich hinter dem Begriff

Nachdem ich das erste Mal von dem Thema der Ausstellung gehört habe, dachte ich zunächst an Camp im Sinne von Lager/Ferienlager, von uniformen Kleidungsstücken und Einfachheit, doch damit hätte ich nicht falscher liegen können. Denn in der Ausstellung „Camp: Notes of Fashion“ geht es genau um das Gegenteil.
Doch erst einmal von vorne: Wieso der Begriff „Camp“? Das Wort beziehungsweise das Thema dieser Ausstellung bezieht sich auf ein Essay der Schriftstellerin Susan Sontag aus dem Jahre 1964, in dem sie auf den schwer zu definierenden, ästhetischen Begriff „Camp“ eingeht und die Essenz davon als „die Liebe zum Unnatürlichen, des Künstlichen, der Übertreibung“ beschreibt und eingrenzt.  Die Ausstellung ergründet schließlich die Entstehung und Bedeutung des „Camp“ und porträtiert die Entwicklung des Begriffs in der Welt des Designs, welcher sich besonders in den vergangenen Jahren, im Zuge der Queer-Bewegungen, zu einer festen Größe in der Modebranche etabliert hat.
So sind nicht Attribute, wie einfach, schlicht oder neutral, sondern Begriffe, wie exzentrisch, übertrieben oder opulent, die richtige Beschreibung für die über 250 präsentierten Kleider der Ausstellung, welche bis zum 08. September diesen Jahres in den Hallen des Metropolitan Museums of Art zu bestaunen sind.

DIESE Kleider sind im Metropolitan Museum of Art zu bestaunen

Nachdem die spektakulären Roben der letztjährigen Ausstellung „Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination“ bei den Besuchern des Metropolitan Museums of Art großen Anklang fanden und die Ausstellung sogar Besucherrekorde brach, sorgt das Kuratoren-Duo, bestehend aus Andrew Bolton und Wendy Yu, in diesem Jahr dafür, dass „Camp: Notes on Fashion“ ebenfalls ganz oben auf der Agenda eines jeden Modeliebhabers steht. Im Gegenteil zu der vorherigen Ausstellung, in der der Dialog zwischen dem Katholizismus und der Mode im Fokus stand, bietet das diesjährige Thema eine deutlich vielfältige Plattform, sodass unter den ausgestellten Kleidungsstücken aus unzähligen Dekaden, den unterschiedlichsten Stilen und den verschiedenen Geschlechtern – ob weiblich, männlich oder queer – etwas zusammenkommt.
Von einem rosafarbenen Federkleid von Balenciaga aus der Herbst/Winter-Kollektion 1965/66, über historisch anmutende Designs à la Marie Antoinette von Vivienne Westwood, einem schwarzen Dress mit pinkfarbener XXL-Schleife von Jeremy Scott bis hin zu zwei opulenten Tüllkleidern des italienischen Labels Giambattista Valli, welches in diesem Jahr mit dem schwedischen Modekonzern kooperiert – so vielfältig war selten eine Modeausstellung. Komplettiert wird die präsentierte Sammlung schließlich durch Kreationen von Elsa Schiaparelli, Rei Kawakubo, Yves Saint Laurent, Jean-Paul Gaultier, Erdem Moralıoğlu und natürlich auch einigen der jüngsten Entwürfe des Hauses Gucci, welches zusammen mit dem Verlagsriesen Condé Nast die Ausstellung maßgeblich unterstützt.
Für all diejenigen, die bis Anfang Dezember in der Stadt, die niemals schläft, sein sollten – „Camps: Notes on Fashion ist ein absolutes Must-see und der Besuch im Metropolitan Museum of Art sollte ganz oben auf eurer Bucket List stehen.

Photo Credits: The Metropolitan Museum of Art, Zach Hilty/Johnny Dufort

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